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Osteopathie 2017-12-30T20:33:34+02:00

Patienteninformation

Osteopathie

Seit ich meine Privatpraxis für Osteopathie im Jahr 2011 eröffnet habe, stellen mir Patienten oft sehr ähnliche Fragen. Einige dieser Fragen möchte ich hier ausführlich beantworten.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht um Osteopathie zu erlernen?

Ich habe von 2006 bis 2011 die SKOM (Schule für klassische Osteopathische Medizin) berufsbegleitend besucht. Die Ausbildung hat einen Umfang von 1350 Stunden und endet nach 5 Jahren und verschiedenen Zwischenprüfungen mit einer Abschlussprüfung vor einem Prüfungsgremium. Diese Abschlussprüfung habe ich 2011 als Jahrgangsbeste erfolgreich absolviert.

Warum sind Sie neben Ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin auch noch Heilpraktikerin?

Die Osteopathie zählt in Deutschland zur Heilkunde. Die eigenständige Ausübung der Osteopathie ist nur dem Arzt oder Heilpraktiker erlaubt. Die erfolgreiche Heilpraktikerprüfung gibt mir Rechtssicherheit bei der Ausübung  meiner osteopathischen Tätigkeit.

Wenden Sie auch noch andere Heilverfahren an?

In meiner Ausbildung zur Osteopathin habe ich 5 Jahre lang umfassend gelernt, Menschen mit dieser Methode zu behandeln. In meiner Praxis wende ich fast ausschließlich diese Methode an, weil ich von deren Wirksamkeit überzeugt bin. Ich verstehe mich in erster Linie als Osteopathin (obwohl dieser Begriff nicht geschützt ist) und weniger als Heilpraktikerin.
In der Osteopathie wurde schon immer viel im Bereich der Körperfaszien gearbeitet.
In den letzten Jahren wurde zu diesem Thema an der Universität  Ulm unter Dr. Schleip herausragende Forschungsarbeit geleistet.
Die Arbeit von Dr. Schleip und der Besuch seiner Fortbildungen, hat meine Sichtweise zu den Faszien und deren Wichtigkeit für ein gut funktionierendes Bewegungs- und Organsystem nochmals geschult und mich für dieses Gewebe und seine Behandlung weiter begeistert.
Da meine Wurzeln in der physiotherapeutisch/orthopädischen  Aus- und Fortbildung liegen, werde ich immer auch Techniken wie die „Manuelle Therapie“, oder das Wissen um die Wirksamkeit von repetierten Bewegungen wie sie Robin McKenzie erforscht und gelehrt hat, mit einfließen lassen. Vor allem die klare strukturelle und biomechanische Vorgehensweise bei all diesen Techniken liegt mir sehr.

Was bedeutet es, dass diese Berufsbezeichnung nicht geschützt ist?

In Deutschland gibt es noch keinen eigenständigen Beruf des Osteopathen und die Bezeichnung Osteopath ist gesetzlich nicht geschützt. Die Aus- bzw. Weiterbildung in Osteopathie ist gesetzlich nicht geregelt, was zur Folge hat, dass das Niveau auf dem in Osteopathie ausgebildet wird, sehr unterschiedlich sein kann. Die Ausbildung reicht derzeit von einigen Wochendkursen bis hin zur mehrjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung in Osteopathie mit beispielsweise 1350 Stunden.
Therapeuten, die über eine hohe Stundenzahl umfassende Weiterbildung in Osteopahtie absolviert haben, haben die Möglichkeit, Mitglied in einem Osteopathie-Verband zu werden. Diese unterhalten z.B. Therapeutenlisten und erfüllen somit eine ordnungspolitische Aufgabe bei der Suche nach qualifizierten Therapeuten. Die Mitgliedschaft eines Therapeuten in einem Verband ist somit sicherlich ein guter Anhaltspunkt für Patienten bei der Suche nach einem gut ausgebildeten Therapeuten.
Osteopathie darf vom Arzt oder Heilpraktiker vollumfänglich (parietal, visceral, cranio-sacral) ausgeübt werden.
Physiotherapeuten ist es nach derzeitiger Rechtslage nur gestattet, jene osteopathischen Techniken (auf Verordnung) auszuüben, die identisch sind mit Techniken, die in der Ausbildung zum Physiotherapeuten erlernt wurden.
Vor diesem Hintergrund sind streng genommen dem Physiotherapeuten viscerale und craniosacrale Techniken untersagt und infolge auch die Werbung mit diesen Begriffen. Aktuelle Therapeutenlisten finden Sie am besten auf den Seiten der verschiedenen Verbände für Osteopathie.

Was ist eigentlich Osteopathie?

Osteo = Knochen
Pathos = Leiden
Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsmethode.

Aus der anfänglich von A.T. Still praktizierten „Osteopathie“ hat sich bis heute eine eigenständige Medizinform, die sowohl Diagnose als auch Behandlung erfasst, entwickelt. Sie umfasst neben der „Knochen- und Gelenksbehandlung“ auch die Behandlung der inneren Organe und des „Craniums“ (= Schädel)

Wie lange dauert eine osteopathische Behandlung?

In der Erstvorstellung findet zunächst ein ausführliches Gespräch statt, in dem ich mir von Ihnen, Ihren Lebensumständen und Ihrer gesundheitlichen Problematik ein Bild mache. Es schließt sich dann eine umfangreiche körperliche Untersuchung an, bei der ich bereits gezielte osteopathische Techniken einsetze.

Die weiteren Sitzungen sind abhängig von Ihren gesundheitlichen Beschwerden.

Eine osteopathische Behandlung dauert in der Regel 60 Minuten.
Kleine Patienten – Kinder und Babys behandle ich entsprechend ihrem Alter kürzer und weniger intensiv.

Wie oft muss ich kommen?

Osteopahtie als Behandlungsmethode kommt bei einer Vielzahl von Beschwerden zum Einsatz. Osteopathie ist weder Allheil – noch Wunderheilmethode. Sie bietet kein Heilsversprechen. Nur eine Behandlung reicht oft nicht aus, um eine Verbesserung der Beschwerden zu erzielen. Osteopathie bietet keine Garantie einer Linderung oder Verbesserung. Die Frage, ob eine osteopathische Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, kann nur eine individuelle und ausführliche Untersuchung klären.

Bezahlt meine gesetzliche Krankenkasse die Therapie?

Eine Liste von Krankenkassen, die osteopathische Leistungen zum Teil erstatten, können Sie im Internet als Service meines Verbandes herunterladen. Die Liste wird ständig aktualisiert.

www.bv-osteopathie.de

Sie können auch beim Kundencenter Ihrer Krankenkasse nachfragen.

„Ich glaube, dass die menschliche Maschine die Apotheke Gottes ist und alle Heilungen der Natur darin zu finden sind.“
Andrew Taylor Still

A.T. Still

Definition seiner drei Prinzipien als Grundpfeiler der Osteopathie.

1. Das Zusammenwirken von Struktur und Funktion.
Demnach bestimmt einerseits die Struktur die Funktion, und andererseits formt die Funktion die Struktur. Dies lässt sich sehr schön bei Organen beobachten, die wachsen, wenn die Funktion zunimmt, und verkümmern, wenn ihre Funktion abnimmt. Ein Knochen formt sich je nach Belastung. Er verändert fortlaufend seine Struktur, um sich Veränderungen der Belastung anzupassen. Indem der Osteopath die Funktion überprüft (Diagnose), erhält er Aufschluss über die Struktur. Hilft der Osteopath der geschädigten Struktur zu Ihrer ursprünglichen Funktion zurück (Behandlung), ermöglicht er den körpereigenen Selbstheilungskräften, den Schaden an der Struktur zu beheben. Damit ist die Osteopathie sehr gut beschrieben: Das Aufspüren und Behandeln von Dysfunktionen im Körper.

2. Der Organismus ist eine untrennbare Einheit.
Weil kein Organ für sich alleine steht, haben Dysfunktionen immer Auswirkungen auf andere Strukturen und Funktionen. Es lassen sich sogenannte Dysfunktionsketten finden, die ganze Bereiche des Körpers durchziehen.
So kann z.B. eine Dysfunktion im Knie zu Beschwerden in der Wirbelsäule führen.

3. Unterstützen der Selbstregulation
Die Fähigkeit des Organismus, sich innerhalb gewisser Grenzen selbst zu regulieren und heilen zu können, bildet das dritte Prinzip der Osteopathie.